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Kanzelschreiber

Verweigerung

Die Ignoranz des Absturzes

Großer Schock: Notre Dame brennt! Immerhin schon besucht und beeindruckt. Aber eigentlich nur Hirnsouvenir, irgendwie noch ein Gefühl, wie es war, in der Kathedrale zu stehen. Beten? Nein, da betet keiner. Zum Beten taugen andere Orte mehr. Angeschaut und ein weiteres Stück Paris in mich aufgesogen. Anschließend ins Café. Es wird viel Geld kosten, den alten Stand wieder herzustellen.

Aber wird es der alte Stand? Oder kommt doch eine Glaskuppel wie beim Berliner Reichstag. Den Himmel offen sehen in einer Kathedrale, war mein erster Gedanke. Ich dachte ihn aber nicht als einziger. Also die Katastrophe als Chance für Neues. Immerhin noch fast jeder Brand zu einer verbesserten Folgesituation geführt. Aber bei allen Überlegungen geht es nicht um Religion sondern um Kunst und Pracht.

Wobei Kunst und Pracht der Kirche sehr bekannt sind. Pracht und Pomp, Pomp und Macht, Macht und Missbrauch. Alles gute Bekannte der katholischen Kirche. Auch sie brennt an allen Ecken und nun hat Rom wieder mal entschieden, dass es nicht brennt.

Kann man schon, durchaus eine Methode. Du stürzt aus großer Höhe und entscheidest dich gegen den Zug an der Reißleine des zufällig umgeschnallten Fallschirms, weil du dich gegen den Sturz entscheidest. Du ignorierst ihn, dann findet er am Ende gar nicht statt. Du verharrst im freien Fall. Gibt wenige, die das erfolgreich überstanden haben. Insofern darf man den Versuch der katholischen Kirche durchaus mit Skepsis begegnen. Wäre die Kirche eine Aktiengesellschaft, würde sie wohl den Kurs mit sich in die Tiefe reißen. 

Aber die Kirche ist keine Aktiengesellschaft. Und der Zölibat hat ganz praktische Hintergründe (also aus Sicht der Kirche) und der Missbrauch hat sehr viel damit zu tun und die Gleichberechtigung der Frauen ist alles andere als ein Sakrileg.

Auch der Absturz ist keine Fiktion, sondern nimmt rasant an Geschwindigkeit auf. Und nun wurde nicht nur der Zug an der Reißleine kategorisch ausgeschlossen, sondern der Fallschirm abgeschnallt. Man entschied sich für "Augen zu", damit der Absturz aus dem Blick verschwindet und ein "Weiter so" die Restfallhöhe ausfüllt. Und immer wieder bewahrheitet sich der alte Spruch aus der Wirtschaft: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Wo zwei oder drei

in meinem Namen entsammelt sind

Zuerst dachten die Kirchen schon, man habe sie vergessen. Sofort kamen den Verantwortlichen Gedanken der zunehmenden Bedeutungslosigkeit, dann endlich kam es doch. Bis auf weiteres gibt es keine gemeinsamen Messen und Andachten mehr. Viele Priester sorgen sich nun um die ungewohnte Freizeit und wie mit ihr umzugehen sei. Immerhin fallen auch die Predigten weg und damit die nervige Vorbereitung. Priester reisen gern und weit, doch ist der Radius relativ klein geworden. Vielleicht noch Altötting, aber auch dort nur Kapellplatz und ja nirgends rein, höchstens einzeln und  Abstand. Und dann ist da ja auch das Internet, also nicht um sich alle möglichen Schweinereien reinzuziehen sondern für Onlineangebote an die Gläubigen. Im Rosenkranzportal mit wenigen Klicks zur Rosenkranzcommunity. 

Urbi et Orbi

Aber wie ist das denn eigentlich mit Online? Kommunion geht ja nicht. Oder backt sich jetzt jeder daheim seine Hostien und der Bischof segnet sie über ein Videoportal. Ob das geht? Es kommen Erinnerungen an früher, als man gemütlich um das österliche Festmahl herumsaß und die Reiberknödel dampfend der Schüssel entnommen wurden, während der Truthahn fertig tranchiert auf seinen verzehrenden Auftritt wartete. Natürlich war das Radio an - also bei uns der Radio - und die von Jahr zu Jahr brüchigere Papststimme durchzitterte die Stube mit Urbi et Orbi. Damals gingen wir davon aus, dass der Segen tatsächlich nicht über den Äther bis in unseren Radio vordringen und sich in die Stube ergießen könnte. Nein, da musste man schon persönlich auf dem Petersplatz erscheinen. Aber immerhin schob man den Bissen Truthahn und das Blaukraut mit Ehrfurcht in den fastenzeitlich ausgezehrten Körper.

Ostärfäst

Und dann kam auch noch der Osterwunsch in gefühlten zehntausend Sprachen. "Ihnän allän ein frööhlichäs Ostärfäst!" Da war es muxmäuschenstill in der Stube, selbst die Gabel verharrte reglos über dem Teller. Das fröhlichä Ostärfäst war für uns der eigentliche Urbi et Orbi, dann schalteten wir die Lifeübertragung ab und das Tischgespräch kam in Gang. Manchmal durfte der Papst sogar via Eurovision aus dem Fernseher auf unser opulentes Mahl blicken, aber das war auch nicht wirklich gefährlich. Da konnte nichts durch. Die ganzen Segen wurden alle erfunden, als man sie ausschließlich direkt geben konnte. Mit einem in die Luft gewirbeltem Zeichen,  durch Handauflegung oder sonst einer Geste. Da musste nichts in elektronische Signale umgewandelt werden. Und es gibt bis heute kein gescheites Dogma dazu. 

Verschlüsselter Segen

Kann man den Segen per E-Mail verschicken? Vermutlich nicht, weil faxen konnte man ihn auch nicht. Vermutlich muss das zeitgleich sein, also das Segnen und das Empfangen. Wie beim Zuwerfen eines Balles. Man müsste mal diesen verhärmten Exorzisten in Regensburg fragen. Aber lieber nicht, sonst schafft er das Internet ab und das wäre schon ein harter Einschnitt. Vermutlich würde das Internet wesentlich mehr vermisst als die Kirche. Trotzdem müssen sich die Segensreichen eine Lösung einfallen lassen, also verbindlich festlegen, auf welche Weise Segen digital übertragen werden kann. Braucht es eine Verschlüsselung, damit der Segen nicht gehackt werden kann? Alles Dinge, die schleunigst einer Entscheidung bedürfen, damit wenigstens die Kreuzigung am Karfreitag stattfinden kann. Schon auch interessant, dass die Kirche die Kreuzigung als Kreuzfeier bezeichnet. 

Infektiöse Wundmale

In früheren Jahren lag nach der Kreuzfeier ein barockes Kreuz auf dem Boden und man musste sich hinknien und die Wundmale küssen. Wie sehr hätte ich mir in damaligen Kindertagen ein Coronavirus gewünscht, mir grauste fürchterlich. Aber da musste man durch und wurde unbegreiflicherweise auch dann nicht krank, wenn man der Soundsovielte war, der seine Lippen auf die mit reichlich Speichelgemisch übersähten Wundmale drücken musste. Vermutlich wird man sich in einer katholischen Whatsapp-Gruppe zum Ostergottesdienst treffen, schön gemütlich auf dem Sofa, duftender Kaffee. Halt keinen persönlichen Friedensgruß, aber den mögen viele Segensreiche eh nicht. Man wird es gar nicht schlecht finden und beschließen, dass man es auch künftig an Sonntagen so hält. Immerhin kein Auto, also auch noch umweltfreundlich.

Kirchenreform

Das Verschwinden der Basis

Das moderne Leben ist komplett von der Kirche abgekoppelt. Religion institutionalisiert. Man kann Religion nach Bedarf konsumieren. Oder aber nicht, was immer mehr Menschen vorziehen. Eine Folge der Erstarrung der Kirche und die eine Folge der Zukunftsangst. "Möge diese gottlose Zeit vorüberziehen!" Da wird sie sich wohl täuschen. Die Menschen leben viel selbstbestimmter, als sie das vor zwei Generationen konnten. Jeder entscheidet sich selbst oder denkt das zumindest, während ausgefuchste Werbestrategen die richtigen Knöpfe drücken. Dieser Knöpfe bedienen sich immer mehr freikirchliche Organisationen und sind damit sehr erfolgreich. Immerhin haben Kirchen das ewige Leben im Angebot und wer will darauf verzichten.

Bedenkt man, wie gravierend sich die Welt in den letzten fünfundzwanzig Jahren verändert hat und wie wenig sich die katholische Kirche bewegte, dann bekommt man eine Ahnung vom Ausmaß des Reformstaus. Während das Dach einzustürzen droht, streiten die Unverantwortbaren über die Notwendigkeit einzelne Dachziegel auszutauschen. "Ja, Herr, wir haben deinen Sohn gekreuzigt, aber musstest du uns mit dieser katholischen Kirche so hart dafür bestrafen?"

Die Amtskirche treibt auf einer schmelzenden Eisscholle von der Welt weg. Immer weniger sehen ein, dieses Museumsstück weiter zu finanzieren und die Androhung des Entzugs des ewigen Lebens entlockt ihnen maximal ein Lächeln. Die Unfähigkeit im Umgang mit den Missbrauchsfällen kommt bei den Christen an. Hinzu kommt der große Anteil von Homosexuellen in der Priesterschaft, der von der Katholischen Kirche weitgehend mit Stillschweigen behandelt wird, als wäre es nach wie vor Sünde, als was es die Kirche Jahrhundertelang anprangerte. Und das muss man sich erst einmal vorstellen, dass Homosexuelle die Homosexualität anprangerten.

In unserer Welt sind Geheimnisse schwer zu bewahren. Wer wissen will, was in der katholischen Kirche los ist, der wird sogar von namhaften Autoren aus dem inneren Kreis informiert. Und wer es weiß, der tut sich schwer damit, dem Klerus den Hüter des wahren Glaubens abzukaufen. Zum Abkehr gehört Mut, denn die Erziehung! Soll das alles umsonst gewesen sein? Das muss jeder für sich entscheiden. Viele tun es und gehen. Und das schlimme dabei: Sie vermissen es nicht. Denn wie soll man vermissen, was man nicht akzeptiert. Die Jungen haben mit dem Austritt überhaupt kein Problem. Die etwas älteren schon, denn da ist etwas tief Eingepflanztes, das zwar lange schon vor sich hin dorrt aber noch lebt. Die Alten bleiben. Sie wollen den Scheck einlösen. 

In ein paar Jahren werden die Alten die Eintrittskarte eingelöst haben, die neuen Alten weniger sein und die Jungen weitgehend verschwunden. Das ist der Preis der Verweigerung von Reformen. Ob sich dann die Verantwortlichen immer noch um Dachziegel streiten oder das Dach eingestürzt ist, wird sich zeigen. In Notré Dame fordert der Brand eine Entscheidung, die die Optionen sehr schön veranschaulicht. Entweder die Kirche wieder original aufzubauen oder die Chance zu nutzen um etwas Neues und Innovatives zu schaffen. Für die Rekonstruktion braucht es nur viel Geld, für einen innovativen Ansatz Mut. Und welche Alternative wird der Zukunft gerechter?

Der maximal erigierte Kardinal

Warum der Gerhard Ludwig die Welt nicht versteht

Freilich ist es nicht einfach, wenn dich der gefühlt untergebene Papst so mir nix dir nix vor die Tür und in den Kardinalsruhestand schickt. Da bist du zunächst einmal maximalempört und zeterst die Gangway von Kirchenschiff hinunter, dass es dem Papst zwangsläufig zu Ohren kommen muss, das ist ganz normal. Aber dann muss auch einmal Schluss sein. Dass es bei Müller nicht vorbei war und immer noch nicht vorbei ist, zeigt recht deutlich, wie recht der Franz mit seiner Entscheidung hatte. Chef ist nun mal Chef und den kritisierst du nicht, schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Aber Müller meinte ja, er sei der Chef und der Heilige Geist kann sich beim Flug durch die Sixtinische Kapelle nur am Platz geirrt haben. Man wird ja bei höheren kirchlichen Würdenträgern den Verdacht nicht los, dass sie irgendwann einmal die Bodenhaftung verlieren. Ohne Bodenberührung bist du dem Himmel näher, weil nicht mehr so irdisch. Und der Müller war mehr als abgehoben, der konnte praktisch die Erde gar nicht mehr sehen. Das hat man dann auch bei den Entscheidungen gesehen. Nun ist es aber so, dass ein Papst für die katholischen Zustände auf der Erde zuständig ist und da hilft ihm ein hosiannalispelnder Wolkenschweber recht wenig. Den verwissenschaftlichten Bayernpapst hat das weniger gestört, der war in etwa auf gleicher Erddistanz. Aber Franz ist geerdet und der weiß auch was zu tun ist und muss manchmal fuchsteufelswild werden, weil er da herunten ganz alleine ist, während der vatikanische Amtsapparat völlig abgehoben im Himmel herumschwebt und außer für die Mafia und neue Missbrauchsfälle nur für Zeitlosigkeit zuständig ist. Aber wie willst du als dermaßen gottnaher Kardinal, wie es der Müller für sich beansprucht, die Kündigung seitens Erdenwurm verstehen, der nun leider einmal statt deiner auf dem weltlichen Gottesthron sitzt? Ist es da nicht mehr als verständlich, dass so einer eine Geisteserrektion nach der anderen bekommt? Er hätte das ja alles niederschreiben und in einem Buch veröffentlichen können "Der Papst unter mir" oder "Ich und Gott", vielleicht auch "Mit Zorn und Feuer zurück zur Macht". Egal, man hätte es ja drucken können und dann hätte der Vatikan heimlich alle Exemplare aufgekauft und für einen Spottpreis bei Amazon angeboten, gepaart mit extrem schlechten Bewertungen und total verreißenden Rezensionen. Dann hätte man noch ein paar rechtsradikale Passagen herausgreifen müssen und den Autor verklagen. Schluss wäre gewesen, der Müller in ein Schweigekloster verbannt und den Rest regelt die Zeit. Aber der Papst erinnert sich vielleicht, dass Wegsperren von Populisten in Deutschland schon einmal gewaltig ins Auge ging, also lässt er ihn dahinvergestern. Dass aber die Presse sich für seine Gedankenerrektionsergüsse hergibt kann man nur damit erklären, dass sie die katholische Kirche im Grunde längst nicht mehr versteht und Müllers kardinalsornatverbrämte Mittelalterthesen als nette Ergänzung zum Dschungelcamp sieht, mit dem man die Journalseiten für das promigierige Publikum füllen kann.

Zölibatn oder nicht Zölibatn

Wie stark darf im Zölibat geheiratet werden?

Da sagen sie, dass rund um den Amazonas viel zu wenige Priester herwachsen und dass man deshalb unbedingt auch verheiratete zu Priester machen muss. Und dann kommt der alte Papst daher und springt wie der Ritter der Kokosnuss seinem Nachfolger ins Kreuz, dass der ihm vermutlich sofort die Papstrente gestrichen hat. Ja wo kommen wir denn da hin, wenn verheiratete Mannerleut auf einmal zum Pfarrer geschlagen werden. Der Ehemann muss sich ganz der Familie zuwenden, meint der Ratzinger Sepp. Der muss es ja wissen. Wenn das ein Mann tut, dann hat er relativ schnell Hartz IV. Von einem Mann erwartet man schon, dass er eine Arbeit hat, die für den Unterhalt einer Familie reicht. Und sein Chef erwartet mit bezahlten Recht, dass er sich gefälligst acht Stunden am Tag einen Haxen ausreißt.
Also was da der Altpapst für eine Meinung über die Ehemänner hat, da merkst du schon, dass er noch nie einer war. Aber eigentlich hätte sein Vater einer sein müssen und dann hätte er schon gewusst, wie es bei einem Ehemann und Familienvater zu geht. Freilich sind die früher öfter ins Wirtshaus, damit sie dem Familenchaos wenigstens eine Zeit oder überhaupt auskamen. Für das Chaos war die Ehefrau und Familienmutter zuständig und das vierundzwanzig Stunden am Tag.

Ein Problem ist natürlich die Homosexualität, mit der die Kirche große Erfahrung haben müsste, weil die bis vor kurzem Sünde war und vielleicht auch noch ist, zumindest bei den Maximalzölibatären. Dabei ist sie kaum wo stärker verbreitet als im Klerus. Aber das könnte auch eine Erklärung sein, weil die Aufhebung des Zölibats alle schwulen Priester in Maximalerklärungsnot brächte. Das weiß der alte Papst vermutlich, immerhin hat er ausreichend klerikale Lebenserfahrung. Andererseits ist es mit der Heiraterei so eine zwiespältige Sache, ein Dogma ist der Zölibat ja nicht und schon der erste Papst, der Petrus hatte eine Schwiegermutter und so blöd ist kein Mann, dass er sich eine Schwiegermutter ohne Ehefrau nimmt. Und dann wurde der Zölibat ja eigentlich wegen der Vererberei eingeführt. Wenn so ein Pfarrer gut gewirtschaftet hat, dann sollte sein Reichtum der Kirche zufallen und nicht so einem zusammengerackerten Eheweib und den Kindern. Aber das wissen sie heute nicht mehr, heute reden sie von ausschließlicher Zuwendung zu Gott. Mein Lieber, den Pfarrer zeigst du mir mal.

Vermutlich wird es also mit den Priesterehemännern nichts und auch nicht mit Priesterinnen und auch nicht mit dem Bestrafungsende für Wiederverheiratete und auch nicht mit dem Ende des Ministrantenmissbrauchs und auch nicht mit Sündenmaximierung bei jedem Gottesdienst und auch die Haushälterinnen müssen Haushälterinnen bleiben und man hat kein Gschiss, wenn die Beziehung nicht mehr hinhaut, weil man das mit einer einfachen Kündigung oder einer Fristlosen lösen kann und zwar ohne Folgelasten. Du kannst auch jederzeit eine Andere einstellen. Das ist doch praktisch. Also nicht aus Sicht der Haushälterinnen, von denen die meisten Frauen sind, was bei schwulen Priestern jetzt wieder völlig unverdächtig ist.

Ab einem gewissen Priesteralter ist es vermutich wurst, ob Frauen oder Männer, weil Trieb erlahmt. Wer aber da glaubt, dass bei Priestern ausschließlich die Hinwendung zu Gott statt findet, der hat einen starken Glauben, oder er war ausreichend lange von der Welt isoliert, wie der alte Papst. So einem Weltfremden ist das eventuell zuzutrauen. Dem Papst Franz aber nicht, denn der kommt aus der Welt und weiß, wie es da zu geht und dass mir ein Priester mit Frau lieber wäre, weil mir da kein Ministrant erbarmen muss. Nicht die Ehelosigkeit, sondern die Gewaltbereitschaft waren für mich der Hauptgrund, mich nicht als Ministrant einem Pfarrer auszuliefern. Denn ohne Ehe und ohne Eheleben staust du schon andere Gewaltpotentiale auf und deren Entladung brauchte ich nicht. Es reichten die Watschn beim Religionsunterricht.